Wandern durch die Regenwälder am Happurger See

Wandern Happurger See
Blick auf den Happurger See, das steinerne Gässl und den hohlen Fels vom Jungfernsprung

Wandern bei Regen und das noch mit der Familie und Kindern? Muß das sein? Nein, aber ich verspreche Euch, Ihr werdet unvergessliche Erlebnisse haben. Sei es die nassen Klamotten, das Wasser, dass Euch vom Kopf in die Regenjacke tropft, ganz zu schweigen vom Gequengel: "Ich habe immer noch keinen Feuersalamander gesehen."

 

Oder andersrum betrachtet: "Schaut da ist ein Feuersalamander, und da noch einer. Wow, sind die schön."

 

Das wandern bei Regen auch viel Spaß machen kann und Du nur dann Tiere, wie z.B. den Feuersalamander entdecken wirst, das möchte ich Dir mit meinem heutigen Wandertipp für Groß und Klein zeigen.

 

Ca. 7 Kilometer und 2,5 Stunden wandern wir auf der gegenüberliegenden Seite der Houbirg und den hohlen Fels in die (Ur-)Wälder am Deckersberg.

 

Nun kommt mit, ich zeige Euch einen Wasserfall, Feuersalamander, verrate einen schönen Aussichtspunkt und zu Beginn eine Bauruine.

Ausgangspunkt der Wanderung - Wanderparkplatz am Oberbecken

Der Ausgangspunkt dieser kurzen Wanderung / Familienwanderung ist der Parkplatz am Oberbecken des Happurger See.

 

Ihr erreicht den Parkplatz entweder über die Bergstraße, ca. 300 vom Café & Restaurant Seeterassen abbiegen in Richtung Deckersberg/Engelthal. Oder aus der anderen Richtung von Engelthal kommend, abbiegen in Richtung Kruppach und Deckersberg.

 

Oben auf der Anhöhe befindet sich das Oberbecken und davor ein Wanderparkplatz. Dieser ist der Ausgangspunkt der Wanderung.

 

Adresse & Google Plus Codes:

FFH4+5X Happurg

*Plus Codes funktionieren ähnlich wie Adressen. Wenn Sie die Adresse nicht kennen, können Sie einen Ort auf Google Maps mithilfe eines Plus Codes suchen oder teilen – zum Beispiel Ihr Zuhause oder Ihr Unternehmen.

Das Oberbecken am Happurger See

wandern am Happurger See
Das Oberbecken am Happurger See

Wir beginnen den Spaziergang in Richtung des Oberbeckens und gehen hinauf zum Beckenrand des leeren Oberbeckens.

 

Ja früher, früher war das hier voller Wasser und unten am Happurger See wurde umweltfreundlicher Strom produziert. Heute, könnte man das gut gebrauchen, aber des Kraftwerk in Happurg und das Oberbecken gehen mittlerweile schon fast als Bauruinen durch. Das Oberbecken ist leer und der Zutritt in den Innenraum strengstens verboten.

 

 

Oberbecken Happurger See
Blick in das trocken gelegte Herz des Oberbeckens

Vom Rand blicken wir über das leere Oberbecken hinüber zum Auslass, wo früher das Wasser bergab in die Turbinen in Happurg geleitet wurde.

 

Der Boden des Oberbeckens verwildert zu sehens. Kleine Büsche und Gräser besiedeln den Grund. Bis vor kurzem wuchsen hier sogar kleine Birken am Grund des Oberbeckens. Nur ein Stück ragt besonders heraus.

 

Sieht es von obigem Standpunkt nicht aus wie ein Herz? Oder habe ich zu viel Phantasie?

 

Ob Ihr das nun schön findet oder nicht, dass überlasse ich Euch. Jedenfalls ist es ein Ort zum Nachdenken, z.B. über die Energiewende oder wie es hier vor 30 Jahren aussah. 

Von der Bauruine zum Naturerlebnis in der Hersbrucker Schweiz

Oberbecken Happurger See
Abgesperrtes Oberbecken am Happurger See

Wir erreichen jetzt den ehemaligen Abfluss des Oberbecken und sehen praktisch auf eine Industrieruine.

 

Das Betreten der Anlage ist natürlich strengstens verboten. An dem ehemaligen Abfluss gehen wir die Steintreppen hinunter und gelangen zum Fuße eines Mobilfunksendemastes. Dort spazieren wir links weiter auf dem Nordic Walking Weg. Wir erreichen jetzt auf dem Schotterweg eine Kreuzung, dort halten wir uns rechts und gleich nochmal rechts und folgen der Markierung grünes Kreuz auf weißem Grund.

 

wandern Hersbrucker Schweiz
Das Bild könnte jetzt auch aus einem Regenwald sein, oder?

Gleich danach verlassen wir aber wieder diese Wandermarkierung und spazieren nach rechts in einen Pfad. Wir folgen jetzt der Markierung roter Senkrechtstrich auf gelbem Grund

 

Der Wald hier wirkt richtig mystisch durch die aufsteigende Feuchtigkeit, die von unten und dem naheliegenden Happurger See herauf steigt. Ab hier heißt es dann langsam gehen und die Augen offen halten. Mal sehen wann ich den ersten Feuersalamander hier entdecke, das hier ist Feuersalamander Gebiet.

 

Es müsste schon mit dem Teufel zu gehen, wenn bei regnerischem feuchtwarmen Wetter hier keine Feuersalamander über den Weg spazieren.

Tritt ein, in die mystischen Urwälder am Deckersberg

Feuersalamander habe ich noch keinen gesehen, jedoch sehe ich Maiglöckchen und immer wieder wilde Orchideen. Wenn man weiß wonach man schauen muss, so offenbart sich, dass die Hersbrucker Schweiz eine Hochburg wilder Orchideen ist.

 

Wir überqueren eine kleine Lichtung und danach weiter zu einer Weggabelung. Dort biegen wir links ab und gehen durch dicht bewachsenes Gestrüpp ein Stück den Berg hinunter. Der Weg ist weiterhin mit rotem Senkrechtstrich gekennzeichnet.

 

Nach ein paar 100 Metern erreichen wir wiederum eine Gabelung. Hier biegen wir rechts ab und folgen weiter dem roten Senkrechtstrich.

 

Hier versperren uns dann zwei große umgestürzte Bäume den Weg. Über den einen, kann man drüber steigen und bei dem anderen muss man vorsichtig unten durch krabbeln. (Das kann sich aber schnell ändern, wenn die Bäume vom Wanderweg entfernt wurden.)

 

Abenteuerlich verläuft der Weg hier durch eine wilde Landschaft. Nach einem kurzen Aufstieg erreichen wir eine Gabelung und der Weg führt nun eben weiter durch diesen mystischen (Regen-)Wald.

 

Erneut gabelt sich der Weg und wir folgen weiterhin dem roten Senkrechtstrich und gehen ein Stück den Berg hinauf.

 

Immer noch nichts zu sehen von Feuersalamandern? Gibt's hier den überhaupt welche? Oder verstecken sich die nur?

 

An der nächsten Gabelung wandern wir halb links weiter, folgen weiterhin dem roten Senkrechtstrich und der Wanderweg wird jetzt etwas breiter und führt uns dann sogleich wieder ein Stückchen Berg ab.

Aussichtspunkt Jungfernsprung - (Tief)Blicke in die Hersbrucker Schweiz

Familienwanderung Hersbrucker Schweiz
Der Jungfernsprung in der Hersbrucker Schweiz

An einer Markierung an einem Baumstamm biegen wir nach links ab und erreichen eine Bank vor einem Felsabgrund. Wir haben den sogenannten Jungfernsprung erreicht.

 

Bitte aufpassen, es gibt kein Geländer dass Euch und Ihre Kinder sichert. Der Boden ist wurzelig und felsig. Vor allem bei feuchtem und nassen Wetter ist besondere Vorsicht geboten.

 

Der Ausblick hier oben ist phantastisch und steht denen in der Fränkischen Schweiz um nichts nach.

 

Auf der gegenüberliegenden Seite des Happurger See schweift der Blick über das steinerne Gässl, den hohlen Fels nach Förrenbach und weiter nach Reckenberg und tief unten im Tal nach Kainsbach. Die Hügel der Hersbrucker Schweiz und Blicke in die Oberpfalz runden das Ganze noch ab.

 


Die Sage um den Jungfernsprung

Der Name des Felsens stammt von einer Sage aus dem 30jährigen Krieg:

Im 30jährigen Krieg, durchstreiften die Eroberer auch das Umland von Hersbruck. Weder Geld, Lebensmittel und Vieh, noch das Weibervolk waren vor den Plünderern sicher.

 

In diesen Tagen ging die einzige Tochter eines Bauern hinauf auf die Deckersberger Höhe und weiter den Weg nach Kainsbach. Plötzlich tauchten zwei Soldaten auf, die sich an ihre Fersen hefteten. Das Mädchen versuchte die Verfolger abzuschütteln, aber  es gelang Ihr nicht. Stattdessen kamen die Soldaten immer näher.

 

Sie rannte Kreuz und quer durch das Unterholz und auf einmal tat sich vor Ihr ein tiefer Abgrund auf. Das verzweifelte Mädchen sah keinen anderen Ausweg mehr und wagte den Sprung über die steil abfallende Felswand in die Tiefe.

 

Ihr Entsetzensschrei ging den beiden Soldaten durch Mark und Bein. Aber wie durch ein Wunder durch blieb sie im Geäst eines Baumes hängen und war gerettet.

 

Ihr Vater jedoch war ihr, wie von einer dunklen Ahnung getrieben, gefolgt und hatte den vermeintlichen Todessprung gesehen. Er bekam einen der Soldaten zu fassen und erschlug ihn. Der andere Soldat rannte um sein Leben und tut das vielleicht in dichten Regenwäldern des Deckersberges immer noch.

 

Der Jungfernsprung bei Deckersberg erinnert seit dem an die Verfolgung des schutzlosen Mädchens und ihre wunderbare Rettung.


 

Nachdem wir den Ausblick vom Jungfernsitz in die umliegende Landschaft genossen haben, wandern wir weiter den Weg selben Weg zurück den wir gekommen sind und halten uns dabei aber jetzt links. Erneut gelangen wir zu einer Gabelung und halten uns links weiterhin auf dem rotem Senkrechtstrich. Auch der 800 Höhenmeter Weg ist hier angeschrieben. Der Wanderweg für uns jetzt nun ein ganzes Stück Berg ab.

Der Wasserfall am Deckersberg

Wasserfall Franken
Wasserfall in der Hersbrucker Schweiz

Wir erreichen jetzt den Waldrand und folgen der Beschilderung 800 Höhenmeter Weg und dem Nordic Walking Pfad und biegen links ab.

 

Wir erreichen eine Stelle am 800 Höhenmeter Weg, an dem das Wasser sich den Weg aus Berg bahnt. Hier entspringt eine Quelle und das Wasser fließt langsam über Felsstufen den Berg hinunter.

 

Mich wundert es, dass ich immer noch keinen Feuersalamander gesehen habe. Hier müsste es wirklich welche geben.

 

Nachdem wir uns ausgiebig den Wasserfall angesehen haben, folgen wir weiter der Markierung 800 Höhenmeter Weg und biegen dann aber links ab in einen Feldweg.

 

Wir verlassen die Markierung 800 Höhenmeter weg und folgen fortan der Markierung gelber Punkt auf weißem Grund.

 

Die Gegend und der Boden werden feuchter, dass erhöht die Chancen auf Feuersalamander.

Endlich - Feuersalamander -

Familienwanderung um Nürnberg
Husch und weg ist der Lurchi

Erneut gelangen wir zu einer Quelle an der das glasklare Wasser aus dem Fels plätschert.

 

An der nächsten Gabelung heißt es jetzt, Berg auf zu gehen. Der weitere Weg bergauf ist durchzogen mit vielen Moos bewachsenen Felsblöcken, umgestürzten Bäumen und reichlich Totholz. Natur pur, man hat schon gar keine Lust schneller zu gehen. Auf dem Weg gibt es Stellen, da hat man den Eindruck die Bäume krallen sich mit ihren Wurzeln wie Finger in die Erde.

 

Der Weg führt weiter Berg auf und linker Hand sind steile Felsen zu sehen, die man erst auf den zweiten Blick erkennt.

 

Der Wald hier hat etwas sehr mystisches, überall mit Moos bewachsene kleine Felsblöcke, viel Totholz. Feuchtigkeit steigt auf, leichter Nebel ist in der Luft man hat ihm das Gefühl durch einen fränkischen Urwald zu gehen. Waren früher die Wälder bei uns alle so?

Und dann hatte ich doch noch Glück. Aus dem Augenwinkel erkannte ich einen Feuersalamander der flux in einer Fellspalte verschwand.

 

Ich sehe mich noch etwas weiter an dieser Stelle um. Wo einer ist, da sind meistens noch mehr, vielleicht ist mir das Glück wohlgesonnen. Tatsächlich sind da noch weitere. Was für schöne Tiere!

Der Rückweg zum Oberbecken

wandern Hersbrucker Schweiz
Auch Farne wachsen in diesem (Ur-)Wald

Der weitere Weg verläuft eben zum Berghang und erneut sind einige umgestürzte Bäume zu übersteigen. Der letzte Sturm hat hier ganze Arbeit geleistet und die Wege wurden noch nicht freigeräumt.

 

Das kann aber in ein paar Tagen oder Wochen schon wieder ganz anders aussehen. Nachdem wir erneut über ein paar Bäume geklettert sind, kommen wir zur nächsten Gabelung und gehen dann nach links den Berg hinauf.

 

Wir sind jetzt wieder auf dem ursprünglichen Weg angelangt, von wo wir mal hergekommen sind.

 

Denselben Weg gehen wir zurück bis zum Oberbecken. Immer schön die Augen aufhalten, es kann durchaus sein, dass Ihr noch den einen oder anderen Feuersalamander entdeckt.

 

Der Wanderweg endet vor dem hohen Damm des Oberbeckens. Diesmal halten wir uns rechts in Richtung des Mobilfunkmasten und laufen zurück zum Wanderparkplatz am Oberbecken.

 

Zum Abschluss habt ihr entlang des asphaltierten Weges rechter Hand einen schönen Blick hinüber zur Burg Hohenstein und auch zum Fernsehturm Spieß, wenn das Wetter es zulässt.

 

Viel Spaß beim nachwandern. Habe die Ehre bis demnächst euer FrankenLandler.

Kurzübersicht der Tour

Tourenkategorie: Familienwanderung, Wandern mit Kindern, Rundwanderung, Wanderung im Nürnberger Land

Region: NürnbergHersbrucker Schweiz, Frankenalb, Nürnberger Land, Nürnberg

Ort: Deckersberg - Parkplatz am Oberbecken des Happurger Stausee

Gehzeit (Hin & Rück): ca. 2 Stunden

Höhendifferenz Ziel: 213 Hm

Weglänge Gesamt: 8,1 Km

Ausgangspunkt: Wanderparkplatz am Ortseingang von Förrenbach

Schwierigkeit: leicht - mittel, für Kinder, Familien geeignet

Kinderwagen geeignet: -- NEIN --

Tipp für Wanderung mit Kinderwagen: 1 x rund um den Happurger Stausee über den Uferweg ca. 5 km 

Einkehrmöglichkeit: Café Seeterassen direkt am Happurger Stausee, in Kainsbach: Hotel Kainsbacher Mühle und Gasthaus zur Linde, und Deckersberg: Gaststätte Edelweißhütte. Vorher wie mittlerweile üblich, über die Öffnungszeiten informieren.

Bekleidung: festes Schuhwerk und wenn möglich wasserundurchlässige Kleidung

Kostenloser Download: Wanderkarte & GPX Track

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