Plech - Fränkische Schweiz - Wanderung über den Eibgrat

Eibgrat
Aufstieg über den Felsensteig zum Eibgrat in der fränkischen Schweiz

Im Rahmen des Outdoortag Plech unternahm ich ich eine Langstreckenwanderung rund um Plech, mit der Begehung des abenteuerlichen Eibgrats.

 

Organisiert wurde die Wanderung vom Heimatverein Plech.

 

Vorab sei schon erwähnt: Wer, wenn nicht die Organisatoren des Heimatvereins in Plech, kennt die eigene Heimat besser als jeder Andere?

 

Die Rundwanderung bot vielfältige und abenteuerliche Eindrücke in die Botanik und Landschaft der fränkischen Schweiz.

 

Von Orchideen, Landschaften wie aus dem Bilderbuch, bis hin zu Kletterabenteuern war einiges geboten.

 

Jetzt nehme ich euch mit auf eine der abenteuerlichsten und schönsten Wanderungen in der fränkischen Schweiz.

Start in Plech am Kameramuseum

Plech fränkische Schweiz
Plech - das Eingangstor zur Fränkischen Schweiz

Startpunkt der Wanderung war der Parkplatz beim Kameramuseum bzw. der Grundschule Plech.

 

Adresse: Schulstraße 8, 91287 Plech

 

Zusammen mit 6 weiteren Langzeitwanderern startete ich pünktlich um 13:45 Uhr, um die gut 18 Kilometern unter die Füße zu nehmen.

 

Gleich zu Beginn gingen wir geradewegs auf eines der Wahrzeichen in Plech zu, die Markgrafenkirche St. Susannae aus dem 18. Jahrhundert.

 

Besonderheit dieser evangelischen Kirche im protestantischen Oberfranken:

Sie besitzt als einige der wenigen Kirchen noch Beichtstühle, dies ist eher ungewöhnlich für diese Region.

 

 

Plech das Eingangstor zur fränkischen Schweiz

Klettern in der fränkischen Schweiz
Klettern in der fränkischen Schweiz - ein Paradies für Sportkletterer

Wir gingen an der evangelischen Kirche und am Friedhof vorbei, querten nach einiger Zeit die Riegelsteiner Straße und wanderten langsam aber stetig ansteigend den ersten Hügel hoch. Von hier hatten wir den ersten Ausblick hinunter nach Plech.

 

Nachdem ich die ersten Fotos gemacht hatte, war die Gruppe mir schon ein ganzes Stück voraus.

 

Mir dämmerte gleich, bei dem Tempo das vorgelegt wird, ist Wandern und Fotografieren eine ziemliche Herausforderung.

 

Nach einer kleiner Joggingeinlage erreichte ich wieder unsere Gruppe, die gerade dabei war den kühlenden Wald zu betreten. Am Waldrand empfing uns auch gleich der erste Kletterfelsen im Frankenjura.

 

Ich weiß nicht, ob meine Mitwanderer den/die Kletterer in der Felswand über uns entdeckten.

 

Jedenfalls wanderten wir stramm den Hügel hoch, hinein in den dichten Mischwald, der uns kühlenden Schatten bot.

 

Mittlerweile kratzte die Temperatur schon an der 30 Grad Marke.

 

 

Landschaften wie aus dem Bilderbuch - Teil 1

wandern fränkische Schweiz
Mai/Juni ist die Zeit der Mohnblüte

Wenn's den Hügel hoch geht, geht's irgendwann auch wieder den Hügel runter und zwar kurz nachdem wir den Mischwald durchquert hatten.

 

Auf dem breiten Forstweg blickte ich nach rechts und erspähte am Horizont den Fernsehturm von Spieß. Davor blitzten ein paar rote Punkte aus einem Feld.

 

Zu Gerald sprach ich: "Komm wir gehen ein Stück nach oben, da ist ein Kornfeld mit Mohnblumen und im Hintergrund der Fernsehturm von Spieß, das werden geile Bilder."

 

Gesagt, getan. Gerald und ich fotografierten Mohnblumen und die Gruppe enteilte uns währenddessen.

 

Also legten wir einen kleine Zwischenspurt ein und erreichten kurz nach einem kleinem Tümpel, die Gruppe wieder in Eichenstruth.

 

 

Keine Zeit zum Einkehren in Eichenstruth

Wandern und Einkehren fränkische Schweiz
Ehrliche, gute fränkische Küche im Gasthof Gerstacker

In Eichenstruth angelangt, sah ich auf der rechten Seite den Gasthof Gerstacker mit seinem schönen schattigen Biergarten.

 

Ich sah Gerald schon fast flehend mit einem "Einkehrblick" an, aber da brauchten wir nicht einmal ansatzweise darüber nachdenken, einkehren war nicht.

 

Gerald verriet mir auf dem weiteren Weg: "Wenn du gut essen möchtest, dann geh dahin, die haben auch eine Metzgerei."

 

Das sagt in den allermeisten Fällen schon etwas über die Qualität und den Geschmack des Essens aus.

 

Der Einkehrtipp ist vorgemerkt für das nächste Mal, wenn ich wieder in der Ecke unterwegs bin.

 

 

(Noch) Gesunde Kastanien - Hennefeld

Rundwanderung fränkische Schweiz
Blick hinunter nach Eichenstruth

Wir verliesen Eichenstruth um am Ortsende entlang eines Kornfeldes den nächsten hügeligen Anstieg in Angriff zu nehmen. Nach der Kuppe erreichten wir Hennefeld.

 

Im Ortskern erreichten wir einen wunderschönen kräftigen Kastanienbaum. Leider waren wir ein bisschen zu spät dran, denn er war bereits verblüht. Aber die Rosskastanie war gesund und das ist das Wichtigste. Alle Blätter waren saftig grün und keine Spur von braunen Flecken war zu sehen.

 

Warum ich euch das erzähle, fragt ihr euch jetzt bestimmt.

 

Die Rosskastanie ist vom Aussterben bedroht und zwar durch das Bakterium Pseudomonas.

 

Das Bakterium grassiert seit ein paar Jahren in Europa und befällt die Rinde der Kastanie, diese bricht auf und es entsteht ein rostbrauner bis schwarzer Ausfluß. Jetzt ist der Weg frei für viele Pilze, die auch die Blätter befallen. 

 

In manchen Fällen sind Kastanien nach wenigen Wochen abgestorben. Ein Gegenmittel gibt es nach heutigem Stand nicht.

 

 

Zu den Orchideen in der fränkischen Schweiz

Orchideen in der fränkischen Schweiz
Orchideenart - Waldvögelein

Als Gruppe verliesen wir zusammen Henneberg und wanderten wieder mal bergauf in einen Mischwald in dem es sehr viele Buchen gibt.

 

Momentmal, Buchen, Felsen, trockener Boden, da war was.

 

Nachdem ich ein paar Tage zuvor eine Wanderung zu den Orchideen im Nürnberger Land zusammen mit Thomas Geiger unternommen hatte und er mir Nachhilfe im Bestimmen von Orchideen gegeben hatte, fiel mir ein es müsste hier doch auch Orchideen geben.

 

Prompt sah ich bereits den ersten Nestwurz direkt neben dem Feldweg.

 

Ich zeigte meinen Mitwanderern die Orchideen die direkt neben dem Forstweg blühten.

 

Wenn man weiß nach was man Ausschau halten muss, sieht man sie auch.

 

Alle waren überrascht, dass es sich bei diesen Pflanzen um Orchideen handelten, die hier blühten.

 

Auch ein Waldvögelein streckte ihre Blüten dem Sonnenlicht entgegen.

 

Was ich auf die schnelle nicht gefunden habe, waren verschiedene Ragwurze. Die sind aber auch eher selten geworden und haben sehr kleine Blüten.

 

Nach diesem kleinen Exkurs in die Artenvielfalt der Orchideen in der fränkischen Schweiz, wanderten wir in einem großem Bogen um Illafeld und erreichten die Autobahnbrücke über die A9 an der Schermshöhe.

 

 

Die Schermshöhe & Tanzlinde

Tanzlinde Schermshöhe
Tanzlinde auf der Schermshöhe - hier wurden rauschende Feste gefeiert

Unsere Gruppe war ziemlich flott unterwegs und wir überquerten die Autobahnbrücke an der Schermshöhe.

 

Nachdem wir aus dem Wald heraustraten  und die Bundesstraße überquerten, suchten wir nach dem nächsten Orientierungszeichen, die uns den weiteren Weg zeigen sollte.

 

Nach kurzer Zeit fanden wir dieses auch und gingen direkt unterhalb des Fernsehturms weiter in den Mischald.

 

Auf dem weiteren Weg zeigten sich die ersten mächtigen moosbewachsenen Felsen, die verstreut in den Wäldern liegen.

 

Die Kalkfelsen sind Zeugen einer längst vergangen Zeit, als das hier noch Meeresboden war.

 

Für mich immer noch schwer vorstellbar, dass das Frankenjura einst Meeresboden war.

 

Nach einiger Zeit erreichten wir die Tanzlinde nahe Spieß.

 

Diese uralte Linde ist von einem Tanzpodest und einer kleinen Schutzhütte umgeben.

 

Wenn diese Linde sprechen könnte, sie würde uns sicher von vielen rauschigen Festen erzählen.

 

 

Verpflegungsstation vor dem Eibgrat

 

Gerald und ich liesen die Tanzlinde hinter uns und wanderten weiter in Richtung der Verpflegungsstation, die kurze Zeit später auf uns wartete.

 

Dort trafen wir auf den Rest der Gruppe die bereits vorausgegangen war und kurze Zeit später traf eine Gruppe der Langzeitwanderung der großen Runde ebenfalls dort ein.

 

Die Helfer/innen vom Outdoortag in Plech hatten uns in einer kleinen Halle ein gesundes und leckeres Buffet inklusive kühlen Getränken vorbereitet.

 

Vom frisch geschmierten Wurstbrötchen, frischem Obst und Nüssen mangelte es uns an nichts.

 

Ausser an Zeit. Ich hatte Hunger - großen Hunger. Wer weit wandert muss auch viel essen - grins.

 

Während ich noch am essen war, bemerkte ich, dass ein Teil der Gruppe sich schon wieder auf den Weg machte.

 

Die waren heiß auf den Eibgrat. Es half ja nix, noch schnell eine Hand voll Nüsse in die Hand und weiter ging es in Richtung Eibgrat.

 

Der Eibgrat - nur was für erfahrene Wanderer

Eibgrat
Der Eibgrat - Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist Grundvoraussetzung

Zusammen mit allen anderen Wanderern ging es jetzt zum Einstieg in den Eibgrat.

 

Grundvoraussetzung für die Begehung des Eibgrats ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

 

Die angebrachten Warnschilder stehen dort nicht aus Jux und Dollerei und haben ihre Berechtigung.

 

Vor dem Einstieg in den Eibgrat wurden wir von einer Helferin noch ausdrücklich auf die Gefahren aufmerksam gemacht.

 

Wer sich nicht sicher fühlt oder keine Kraft mehr hat, dem wurde empfohlen den Eibgrat auf der ausgeschilderten Route zu umgehen.

 

Für alle von uns (die wollten) gab es noch ein kleines Schnapserl.

 

Mut antrinken? Ein klares Nein. Einfach was für den Genuss.

 

 

Eibgrat
Einstieg in den Eibgrat - Markierung Roter Strich auf weißem Grund

So schnell konnte unsere kleine Wandergruppe gar nicht schauen, schon war der andere Teil der Langzeitwanderer auf dem Weg in den Einstieg.

 

Ich dachte mir nur, die ziehen ganz ordentlich am Tempo. Jeder nach seinem Gusto.

 

Wir ließen es langsamer angehen.

 

 

Landschaft wie aus dem Bilderbuch - Teil 2

Eibgrat
Kraxelei am Eibgrat

Unsere Gruppe mit Gerald an der Spitze stieg jetzt auch in den Eibgrat ein.

 

Wir folgten dem schmalen Pfad mit der Markierung roter Strich auf weißem Grund und gleich zu Beginn wurde uns klar, das wird eine ganz schöne Kraxelei.

 

Keiner von uns kannte vorher den Eibgrat, ausser Gerald.

 

Schnell gewannen wir an Höhe und wussten jetzt was mit Schwindelfreiheit gemeint war.

 

Links und Rechts geht es in die Tiefe, an den höchsten Stellen bis zu 30 Meter.

 

Der gut markierte Wanderweg verläuft auf einer Dolomitkette in mitten einer bizarr anmutenden Felsenlandschaft, die ihresgleichen sucht in der fränkischen Schweiz.

 

An vielen Stellen mussten wir die Hände zu Hilfe nehmen.

 

Es war hier mehr kraxeln und klettern, als wandern. Ein aufrechter Gang ohne zu Hilfenahme der Hände war eher die Seltenheit.

 

Während wir in unseren kleinen Gruppe, immer auf Sicherheit bedacht, langsam vorwärts kamen, sah ich am Horizont noch Gerald hinter einem Felsen verschwinden.

 

Ja und dann war er weg.

 

Ich dachte mir noch hinunter gebollert wird er schon nicht sein, das hätten wir gehört. Er hatte es wohl eiliger und er kannte ja den Weg bereits von früher.

 

 

Eibgrat
Mehr klettern als wandern

 

So mühselig diese Kraxelei am Eibgrat auch war, wir hatten immer genügend Zeit uns diese wunderbare bizarre Felsenlandschaft anzusehen.

 

Eile ist hier sowas von fehl am Platz.

 

 

Eibgrat
Einstieg in den zweiten Teil des Eibgrats

 

Nachdem wir den ersten Teil des Eibgrats erfolgreich hinter uns gelassen hatten, wanderten wir ein ganz kleines Stück ebenerdig weiter, um so gleich schon wieder vor dem nächsten Anstieg zu stehen.

 

 

Eibgrat
Kletterei am Eibgrat

 

Auf geht's weiter kraxeln - nach oben natürlich, wohin sonst - grins.

 

 

Eibgrat Betzenstein
Die steilsten Stellen sind mit Leitern zu überwinden.

 

Der letzte Anstieg zum Aussichtspunkt auf dem Eibgrat ist mit einer Metallleiter gesichert und stellte keine großen Herausforderungen mehr dar.

 

Oben befindet sich eine Bank und ein Tisch von dem wir einen schönen Blick hinunter in das Eibtal hatten.

 

 

Wenn's bergauf geht - geht's irgendwann auch wieder bergab.

wandern fränkische Schweiz
Der letzte Teil des Abstiegs vom Eibgrat

Es ist halt so, wenn es ständig nur bergauf geht, geht's auch irgendwann wieder mal bergab - wie im richtigen Leben.

 

Wir gelangten an das Felsentor, dass den Beginn des Abstiegs vom Eibgrat einläutete.

 

Ich kann euch sagen ganz schön eng. Ich kam nur seitlich durch - gerade no way.

 

Nachdem wir das Felsentor durchschritten hatten, war der letzte Teil des Abstiegs ein Kinderspiel.

 

Als wir den Eibgrat alle wohlbehalten hinter uns gelassen hatten, waren wir alle glücklich und erschöpft, aber auch ein klein bisschen stolz, dass wir diese Herausforderung gemeistert hatten.

 

 

Die letzten Kilometer zurück nach Plech

Familienwandern fränkische Schweiz
Durch das Eibtal zurück nach Plech

Auf den letzten Kilometern wurde nicht mehr viel geredet. Man merkte uns schon an, dass uns die Wanderung körperlich und mental gefordert hatte.

 

Um kurz vor 19:00 Uhr kam wir am Ziel an der Grundschule in Plech an und wurden herzlich von den Helfern des Outdoortags in Plech begrüßt.

 

Wir erhielten unsere Teilnahmemedaille und gönnten uns erstmal ein kühles helles Bierchen.

 

Ach ja und Gerald habe ich auch wieder getroffen.

 

Er war am Eibgrat vorausgegangen um uns zu fotografieren.

 

Er sagte er habe 10 Minuten an der Leiter auf uns gewartet und wußte nicht mehr, ob wir bereits an ihm vorbei waren oder nicht und ist deshalb alleine weiter gegangen. Alles gut, wir haben uns alle wieder getroffen und feierten noch eine Weile.

 

In diesem Sinne grüßt euch der FrankenLandler.

 

 

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Wanderkarte Eibgrat
Wanderkarte Eibgrat vom Kameramuseum Plech über den Eibgrat - Wegbeschreibung des Heimatverein Plech
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