Wandern in Lichtenegg - der Zauberwald-Orchideenweg

Lichtenegg

Lichtenegg - ein ganz besonderer Ort in der Hersbrucker Schweiz und zwar speziell in der Zeit der zweiten Maihälfte bis Juni. Ich zeige euch den Zauberwald-Orchideenweg, dieser führt vom Wanderparkplatz in Lichtenegg, zu den Waldlichtungen an der die geschützten Orchideen im Wald wachsen. Der streng geschützte Frauenschuh will erobert werden und der Weg ist trotz der nur ca. 4 km durchaus als anspruchsvoll zu bezeichnen. Steile und wurzelige Passagen, bergauf wie bergab bringen uns gleich zu Beginn mächtig in's Schwitzen. Auch die Felsformationen Emil und der Türkenfels sind sehr sehenswerte Orte. Am Ende der Wanderung geht es durch den schön gelegenen Biergarten des Gasthauses "Alter Schloss-Wirt", hinauf zur Burgruine Lichtenegg mit grandioser Rundumsicht in die Hersbrucker Schweiz und weit darüber hinaus. So und nun auf zur Wanderung auf dem Zauberwald-Orchideen-Weg in der Hersbrucker Schweiz.

Der Zauberwald-Orchideen-Weg

Lichtenegg wandern
Kornfeld bei Lichtenegg

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Orchideenweg

Lichtenegg ist ein kleines Dörfchen an der Nahtstelle wo Mittelfranken und die Oberpfalz, bzw. das Nürnberger Land und das Amberg-Sulzbacher Land aufeinander treffen. Ihr erreicht Lichtenegg am besten über die B14 und biegt in Weigendorf in Richtung Haunritz ab und folgt der Beschilderung nach Lichtenegg. Am Ortseingang unterhalb der Burgruine und des Gasthauses "Zum alten Schloß-Wirt" befindet sich ein Wanderparkplatz. Von hier starte ich die Wanderung über den gut ausgeschilderten Wanderweg mit der Nummer 34. Dieser führt an Getreidefeldern vorbei in den Wald hinein, wo es doch gleich so richtig steil über einen wurzeligen Pfad nach oben geht. Dies sind aber nur ein paar hundert Meter und es wird dann wieder flacher. Links und rechts des Weges scanne ich das Gelände und suche nach dem bekannten Frauenschuh. Fehlanzeige, nichts zu sehen vom Frauenschuh. Ich frage mich, ob ich vielleicht zu früh dran bin und die Orchideen noch gar nicht blühen?


Über verwurzelte Wege zu den Orchideen in der Hersbrucker Schweiz

Der verwurzelte Weg auf dem Kronberg fordert aber meine ganze Konzentration und daraufhin vergaß ich total, auf die Orchideen Ausschau zu halten. Am Wegesrand blühen zu dieser Jahreszeit, und auch noch den ganzen Sommer über, viele weitere seltene Blumen. Als nächstes erreiche ich den Emilfelsen und weitere bizarre Felsen. Die Felstürme und Kalksteinfelsen sind charakteristisch für die Frankenalb, weshalb diese auch Frankenjura genannt wird. Immer wieder schwer vorstellbar, dass dies vor Millionen Jahren einmal Meeresgrund war.

 

Und dann treffe ich auf das erste Hinweisschild zum Frauenschuh, der mich und auch euch daraufhin hinweist, bitte auf dem ausgeschildertem Weg zu bleiben. Hier blühen noch weitere schützenswerte Pflanzen und die Naturkostbarkeiten sollen doch erhalten bleiben, oder etwa nicht? Also in diesem Sinn auch von mir die eindringliche Bitte, den Weg nicht zu verlassen. Tolle Fotos von den farbenprächtige Orchideen bekommt ihr auch mit dem Zoom euerer Kamera hin.


Das Objekt der Begierde - der Frauenschuh

Orchideenweg Lichtenegg
Frauenschuh

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Und auf einmal fällt mein Blick auf eine einzelne strahlend gelbe Blüte am Wegesrand, da ist er also der Frauenschuh. Direkt am Wegesrand rankt sich die Blüte im lichten Wald dem Sonnenlicht empor. Ich schaue weiter und sehe immer mehr davon. Der Weg ist zum Schutz der seltenen Pflanzen jetzt mit Holzumrandungen vorgezeigt. Ich halte inne und sehe mir die wundervollen Orchideen genauer. Sie wachsen direkt am Wegesrand und es nicht nötig den Weg zu verlassen, also nochmals die Bitte, bleibt auf dem Weg, ihr seht genug von den Orchideen.

 

Informationen zum Frauenschuh:

Der Gelbe Frauenschuh ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 60 cm erreicht. Am etwas gebogenen und behaarten Stängel befinden sich drei bis fünf breit-elliptische, stängelumfassende Laubblätter, die nach außen spitz zulaufen. Diese weisen eine Länge zwischen 5 und 13 cm auf. m Gegensatz zu den meisten anderen Orchideenarten besitzt der Frauenschuh keine Knollen. Er bildet mit Niederblattschuppen besetzte, verdickte Rhizome als Speicherorgane aus, über welche auch die vegetative Ausbreitung erfolgen kann.[5] Bei günstigen Standortbedingungen kann der Frauenschuh über sein Rhizom größere Horste bilden. Der Frauenschuh gilt nach der Roten Liste als gefährdet und ist nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.

Der Zauberwald und der Türkenfelsen

Türkenfelsen
Türkenfelsen

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Zauberwald Lichtenegg

Der ausgeschilderte Wanderweg Nummer 34 geht jetzt in ständigem Wechsel, mal bergauf und mal bergab in Richtung des Zauberwaldes. Moosbedeckte Felsen, Lichtungen mit dem Frauenschuh und wurzelige Passagen wechseln sich ab. Die Geschichten und Sagen zum Zauberwald findet ihr auf der offiziellen Webseite von Lichtenegg. Nur soviel sei erwähnt, im Zauberwald gibt es Kobolde, die einen an den Füßen packen und versuchen Dich zum stolpern zu bringen. Sieht man nach unten, sieht man natürlich nichts und beim nächsten Schritt folgt schon der Stolperer. Somit erklärt sich dann vielleicht auch die Brille, die am Rand des Wanderweges auf dem Baumstumpf lag.

 

Fast am Ende des Hochplateau erreiche ich nun den Türkenfelsen, einem massiven und großen Felsblock, der hier auf die Kletterer wartet. Für kletterbegeisterte Familien ist dieser Felsen ideal, so wurden doch die Kletterrouten in den letzten Jahren neu saniert und mit den entsprechenden Schwierigkeitsgraden versehen.


Die Burgruine Lichtenegg mit dem fränkischen Gasthaus und Biergarten "Alter Schloss-Wirt"

Lichtenegg
Burgruine Lichtenegg

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Lichtenegg alter Schloss Wirt

So steil wie es anfangs bergauf auf das Hochplateau bei Lichtenegg ging, führt mich der Weg jetzt genauso steil wieder bergab. Vor allem wenn es geregnet hat, ist der Weg hier sehr rutschig und eine gewisse Trittsicherheit gefragt. Über den Weiler Ammerried gelange ich jetzt zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung zum Wanderparkplatz in Lichtenegg.

 

Bevor ich im Biergarten des Gasthauses "Alter Schloss-Wirt" einkehre, steige ich noch hinauf zur Burgruine. Der Eingang zur Ruine führt durch den Biergarten, über Treppen steige ich hinauf zum höchsten Punkt. Oben befindet sich eine Schautafel auf der alle erkennbaren Punkte in der Ferne verzeichnet sind. Bei guter und klarer Sicht wandert der Blick in das Fichtelgebirge, den Oberpfälzer Wald und sogar bis zum Bayerischen Wald. Genug gesehen, es wird Zeit zum Einkehren, ich setze mich in den Biergarten und lasse es mir gut gehen. Ich wünsche Euch viel Spaß beim nachwandern, bis zum nächsten Wandertipp habe die Ehre eurer FrankenLandler.

 

Informationen zur Burgruine Lichtenegg:

Die Burgruine Lichtenegg ist eine vermutlich hochmittelalterliche Adelsburg über dem gleichnamigen Dorf Lichtenegg in der Gemeinde Birgland im oberpfälzischen Landkreis Amberg-Sulzbach in Bayern. Sie wurde vor mehr als 700 Jahren erstmals im Nürnberger Reichssalbüchlein urkundlich erwähnt, ist aber vermutlich noch viel älter. Die Burg gehörte zeitweise zur Reichsvogtei Nürnberg und wechselte häufig den Besitzer. Sie wurde bereits im 15. Jahrhundert zerstört. Seit 1998 wird die mittlerweile im Besitz der Gemeinde Birgland befindlich Anlage, auch mit privaten Mitteln, restauriert.

Kurzübersicht der Tour

Tourenkategorie: Familienwanderung, Wandern mit der Familie, Rundwanderung, Wanderung im Nürnberger Land

Region: Hersbrucker Schweiz, Frankenalb, Nürnberger Land

Ort: Lichtenegg

Gehzeit (Hin & Rück): ca. 1,5 - 2 Stunden

Höhendifferenz Ziel:  162 Hm

Weglänge Gesamt: ca.  4,8 Km

Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Lichtenegg

Schwierigkeit: mittel, für Kinder, Familien und Senioren geeignet, jedoch anspruchsvoll

Kinderwagen geeignet: nein

Tipp: besonders schön Mitte Mai bis Juni zur Blüte des Frauenschuh


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Zauberwald-Orchideen-Weg
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Wanderkarte Lichtenegg - Zauberwald-Orchideen-Weg

Lichtenegg

 

Hinweis:

Durch klicken auf das Bild werdet ihr auf die Webseite von Googlemaps weitergeleitet.

 

Eine Wanderkarte und die Tour zum ausdrucken findet ihr auch auf Bergfex.



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